Die Strategische Pyramide

In diesem Beitrag möchte ich Ihnen die Strategische Pyramide vorstellen:

Strategische Pyramide

Die Strategische Pyramide hilft Unternehmen beim Aufbau einer soliden Basis in der Wertschöpfung sowie bei der strategischen Fokussierung auf individuelle Stärken. Das Modell ist angelehnt an die Wertdisziplinen (Value Disciplines) von M. Treacy und F. Wiersema.

Die Strategische Pyramide fußt auf dem Ansatz, das ein Unternehmen sich bei der Wertschöpfung auf seine Stärken konzentrieren sollte. Da diese Stärken aber nicht jeden Bereich der Wertschöpfung abdecken können, ist es notwendig, dass das Unternehmen sich einen strategischen Fokus setzt, ohne jedoch die anderen Bereiche zu vernachlässigen. Dazu wird die Wertschöpfung in drei generische Bereiche unterteilt, in denen ein Unternehmen Exzellenz anstreben kann.

Diese Bereiche bauen aufeinander auf in Form einer Pyramide:

(I) Effizienz

Die Basis der Strategischen Pyramide bildet die Effizienz. Bei der Effizienz geht es darum, wie ein gegebener Output mit weniger Input erreicht werden kann; also wie das gleiche Ergebnis mit weniger Aufwand erreicht werden kann. Im strategischen Kontext liegt der Fokus hierbei also auf der Optimierung von Kosten und betrieblicher Effizienz.

Die Idee dahinter ist, dass die Effizienz die Basis für die geschäftlichen Tätigkeiten darstellt. Jedes Unternehmen muss ein gewisses Level an Effizienz erreichen, um erfolgreich am Markt bestehen zu können. Dieses Niveau hängt meist von der jeweiligen Branche ab und kann durch ein entsprechendes Benchmarking quantifiziert und verglichen werden.

(II) Effektivität

Auf der Effizienz als Basis baut dann die Effektivität als zweite Stufe der Pyramide auf. Hier geht es darum, wie mit einem gegebenen Input mehr Output erzeugt werden kann; also wie mit dem gleichen Aufwand ein besseres Ergebnis erzielt werden kann. Der strategische Fokus liegt hier auf der Produktivität kundenbezogener Tätigkeiten und im weitesten Sinne auch auf dem Produkt, also dem ultimativen Output, selbst.

Auch hier ist ein Mindestlevel für ein erfolgreiches Bestehen am Markt notwendig, abhängig wieder von der jeweiligen Branche.

(III) Erleben

Mit der Effizienz und Effektivität als Grundlagen stellt das Erleben schließlich die letzte Stufe der Pyramide dar. Gemeint ist hier das Kundenerlebnis bei der Interaktion mit dem Unternehmen und den Produkten oder Dienstleistungen.

Wie erlebt der Kunde unser Produkt, unser Marke, unser Unternehmen?

Das Erleben umfasst den gesamten Kontakt des Kunden mit dem Unternehmen und reicht von der Werbung über die Produktsuche auf der Webseite bis hin zum Kauf, zur Nutzung und zum Kundenservice nach dem Kauf. Es stellt die höchste Stufe der Wertschöpfung dar, und leider auch den am häufigsten vernachlässigten Bereich. Der strategische Fokus ist hier extern ausgerichtet und liegt hauptsächlich auf dem Kunden.

 

Strategischer Fokus

Die Strategische Pyramide stellt also die Bereiche Effizienz, Effektivität sowie Erleben als aufeinander aufbauende Bereiche der Wertschöpfung dar, in denen ein Unternehmen, um langfristig am Markt bestehen zu können, jeweils gewisse Mindestanforderungen erfüllen muss, abhängig von der entsprechenden Branche.

Alle drei Bereiche haben einen anderen Schwerpunkt und somit einen anderen strategischen Fokus:

  • bei der Effizienz liegt der Fokus auf den Kosten, bzw. der Kostenoptimierung
  • bei der Effektivität liegt der Fokus auf der Produktivität, bzw. dem Produkt selbst
  • beim Erleben liegt der Fokus auf dem Kunden, bzw. dem Kundenerlebnis

 

Praktische Anwendung

Der erste Schritt ist also die Optimierung dieser drei Bereiche, um die erfolgskritischen Mindestanforderungen der Branche zu erfüllen. Im zweiten Schritt sollte dann das Unternehmen gemäß den eigenen Stärken und Wettbewerbsvorteilen einen einzelnen Fokus wählen und hier anstreben, Branchenprimus zu werden; d.h. besser zu werden als alle Mitbewerber. Nur so kann nachhaltiger und langfristiger Erfolg sichergestellt werden.

Die strategische Pyramide hilft Unternehmen also zum einen bei der Optimierung von Teilbereichen der Wertschöpfung und zum anderen bei der strategischen Fokussierung im Einklang mit den eigenen Stärken und vorhandenen Kompetenzen.

Darüber hinaus zeigt die strategische Pyramide aber auch Bereiche der Wertschöpfung auf, in denen ein Unternehmen nach Möglichkeiten für Innovationen suchen kann und sich somit einen Wettbewerbsvorteil sichern kann. So kann ein Unternehmen beispielsweise seine Effizienz durch eine neuartige Produktionstechnologie steigern und somit die Branchenstandards weit übertreffen. Die Mitbewerber können hier nicht mithalten und verlieren an Boden. Wenn alle großen Mitbewerber schließlich diese neuartige Technologie ebenfalls implementiert haben, dann stellt die verbesserte Effizienz den neuen Branchenstandard dar und somit die neuen, erhöhten Mindestanforderungen in diesem Bereich.

Ähnlich kann ein Unternehmen durch Innovation die Effektivität oder das Erleben verbessern oder gar neu definieren. Ideen kommen hier häufig durch Adaption von Technologien, Methoden oder Prozessen aus anderen, branchenfremden Bereichen. Die strategische Pyramide kann hier helfen, strukturiert nach neuen Ansätzen zu suchen.

 

Was bedeutet das für mein Unternehmen?

  • Die Strategische Pyramide ist ein Werkzeug zur Ausrichtung und Differenzierung Ihres Unternehmens gemäß der eigenen Stärken
  • Um Wettbewerbsfähig zu bleiben, muss das Unternehmen in allen drei Bereichen die branchenüblichen Mindestanforderungen erfüllen
  • Um sich langfristig vom Wettbewerb abzuheben, muss das Unternehmen in einem der drei Bereiche marktführende Exzellenz anstreben und/oder innovieren
  • Das Kundenerlebnis steht an der Spitze der Pyramide, weil der Kunde immer im Mittelpunkt stehen sollte

 

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Bis dahin, alles Gute und viel Erfolg beim Unternehmen besser machen.

Herzlichst, Ihr

Dirk M. Hellmuth