Cashflow ist König

Cashflow

Ein wichtiger Aspekt des unternehmerischen Denkens ist die Betrachtung und das Verständnis des Cashflows. Als Cashflow bezeichnet man im Allgemeinen den Kapital- oder Geldfluss als Resultat einer einmaligen oder wiederkehrenden Transaktion, d.h. ihm steht in der Regel ein (materieller oder immaterieller) Wert gegenüber.

Im unternehmerischen Kontext ist der Cashflow von großer Bedeutung, um beispielsweise die im Laufe der operativen Tätigkeiten anfallenden Kosten (z.B. Löhne, Materialkosten, Anschaffungen, etc...) zeitnah und/oder fristgerecht bedienen zu können.

Der Cashflow ist nicht zu verwechseln mit den Einnahmen und Ausgaben, da hierbei zwischen der Transaktion und dem eigentlichen Geldmittelfluß in der Regel eine zeitlich Verzögerung liegt, die den realen Cashflow nicht korrekt widerspiegelt und so zu Engpässen in der Liquidität führen kann.

Die Planung und Kontrolle des Geldflusses (d.h. der Zufluss und Abfluss von Geldmitteln), das sogenannte Cashflow-Management, ist daher eine der wichtigsten Aufgaben eines Unternehmers. Aber auch für jeden einzelnen von uns ist die Kontrolle über unseren persönlichen Cashflow von großer Bedeutung, stellt der Cashflow doch unsere ökonomische Lebensader dar.

 

Arten des Cashflow

Eine einfache Betrachtung zeigt bereits, daß man den Cashflow auf verschiedene Arten differenzieren kann. Zunächst kann man in einen Cash Inflow (Zufluss) sowie in einen Cash Outflow (Abfluss) unterscheiden. Im betriebswirtschaftlichen Sinne leuchtet ein, dass ein Zufluss > Abfluss erstrebenswert ist, um das langfristige ökonomischen Überleben zu sichern. Hierbei ist es wichtig sich immer vor Augen zu halten, daß der Cash Outflow (also Abfluß) des einen der Cash Inflow (also Zufluß) des anderen ist und umgekehrt.

Daneben kann man auch nach der Häufigkeit, mit der ein Cashflow erfolgt, unterscheiden. So gibt es einen einmaligen und einen sich wiederholenden Cashflow. Ein einmaliger Cashflow ist beispielsweise der Verkauf einer Ware, einer Dienstleistung oder eines Gegenstands. (Der Gewinn oder Verlust als Erfolgsbewertung einer Transaktion ist in unserer Betrachtung zunächst zweitrangig.) Ein sich wiederholender Cashflow wiederum entsteht beispielsweise durch die Vermietung oder längerfristige Nutzung eines Sach- oder Vermögenswerts. Hierzu gehört unter anderem auch die Ratenzahlung.

Eine weitere Möglichkeit der Differenzierung ist die Ressourcenintensität. Dies beschreibt den Grad der Ressourcen (neben Kapital u.a. auch Zeit), die bei der Generierung eines Geldmittelflusses erforderlich sind. Dies ist vergleichbar mit den Kosten eines Cashflows. So verursacht ein ressourcenintensiver Cashflow in der Regel einen hohen Aufwand, d.h. die Ressourcen sind stark bei der Transaktion eingebunden. Als klassisches Beispiel hier wäre die Immobilie zu nennen, die zur Generierung von Mieteinnahmen (also wiederkehrendem Cashflow) verwendet wird.

Dem gegenüber steht ein ressourcenarmer Cashflow, der nur einen geringen Aufwand erfordert. Hier läuft die Transaktion ohne große Einbindung der Ressourcen relativ selbständig ab. Ein Beispiel dafür wäre der automatisierte Verkauf von digitalen Produkten auf einer Webseite.

Man kann beim Cashflow also wie folgt unterscheiden:

  • Cash Inflow (Zufluss) vs. Cash Outflow (Abfluss)
  • Einmaliger Cashflow vs. wiederkehrender Cashflow
  • Ressourcenintensiver Cashflow vs. ressourcenarmer Cashflow

 

Die obigen Unterscheidungen ermöglichen eine differenziertere Betrachtung des Cashflows als ein Schlüsselkonzept im unternehmerischen Denken und Handeln. Erfolgreiche Unternehmer wissen um die Bedeutung des Cashflow und betonen stets die Wichtigkeit, möglichst viele verschiedene Arten von Cash Inflow zu generieren. Dadurch vermindert sich zum einen das Risiko einer Abhängigkeit von nur einem oder wenigen Cashflows. Zu anderen entstehen so im Idealfall schnell Überschüsse, mit denen neue Sach- oder Vermögenswerte finanziert werden können. Diese wiederum erzeugen neue Cashflows und so weiter. So entsteht rasch ein wachsendes Portfolio an Werten.

 

Cashflow und Business Development

Im Kontext des Business Developments spielt der Cashflow gleich zweifach eine bedeutende Rolle: Zum einen geht es bei der Geschäftsentwicklung um nichts anderes, als neue Cash Inflows in den Bereichen Kunden, Märkte und Geschäftsbeziehungen zu generieren.

Zum anderen wird gleichzeitig versucht bei der notwendigen Unternehmensentwicklung Cash Outflows so weit es geht zu optimieren. Hier kann zum Beispiel ein innovatives Geschäftsmodell helfen, die Cashflows eines Unternehmens ganzheitlich zu verbessern und so den Grundstein für ein erfolgreiches und nachhaltiges Wachstum zu legen.

Letzendlich entscheidet das Verhältnis zwischen den resultierenden Zu- und Abflüssen über den Erfolg oder Misserfolg des Business Developments.

 

Was bedeutet das für mein Unternehmen?

  • Cashflow Management ist eine der wichtigsten unternehmerischen Tätigkeiten
  • Cashflow läßt sich auf verschiedene Arten differenzieren
  • Zielsetzung sollte der Aufbau möglichst vieler verschiedener Quellen von Cashflow sein
  • Überschüsse können zur Generierung neuer Cashflows verwendet werden
  • Geschäftsentwicklung heißt schlicht, neue Cash Inflows zu generieren

 

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Ich wünsche Ihnen wie immer viel Erfolg beim Unternehmen besser machen.

 

Herzlichst, Ihr

Dirk M. Hellmuth