Was ist eigentlich Gewinn?

Wir sprechen im betrieblichen Alltag immer vom Gewinn.

Gewinn ist die ökonomische Triebfeder unseres unternehmerischen Handelns und steckt tief verwurzelt in den Köpfen von Geschäftsführern und Managern.

Das vehemente Streben nach Gewinn führt leider auch bisweilen dazu, dass moralische Grundsätze auf der Strecke bleiben und gesetzliche Vorschriften übergangen werden, was dazu geführt hat, dass sich in der Öffentlichkeit das Bild des "gierigen Managers" etabliert hat, welcher der Erreichung der Gewinnziele alles unterordnet.

Aber was genau ist Gewinn eigentlich?

Betriebswirtschaftlich betrachtet ist der Gewinn eine nur indirekt messbare Größe. Es ist das, was übrig bleibt, wenn man vom (realisierten) Umsatz einer Periode die entsprechenden (realisierten) Kosten der selben Periode abzieht.

Dies lässt sich wie folgt darstellen:

Gewinn = Umsatz - Kosten

Kennt man also entweder die Höhe der Kosten oder die Höhe des Umsatzes nicht genau, dann lässt sich der Gewinn hierbei nicht eindeutig ermitteln.

Ist nach Abzug der Kosten vom Umsatz das Ergebnis negativ (d.h. sind die Kosten größer als der Umsatz), dann spricht man auch von einem Verlust. Der Nettogewinn beschreibt das Ergebnis nach Abzug aller zusätzlichen Abzüge, wie z.B. Steuern und Abgaben (wie Zinsen).

In Kapitalgesellschaften wird der Gewinn entweder in Form von Dividenden an die Teilhaber (oder als Boni an Mitarbeiter) ausgeschüttet, oder aber in Form von Rücklagen dem Eigenkapital zugeführt, z.B. für anstehende Investitionen.

In der Ökonomik stellt die Maximierung des Gewinns den Ansporn allen wirtschaftlichen Handelns dar. Stellschrauben zur Maximierung sind gemäß der betriebswirtschaftlichen Gleichung (Gewinn = Umsatz - Kosten) einerseits der Umsatz sowie andererseits die Kosten.

Die Höhe des (potenziellen) Gewinns gilt hierbei als ein wichtiger Attraktivitätsfaktor einer Branche:

Ist der Gewinn bei den Unternehmen einer Branche zu groß, dann lockt dies Nachahmer an. Eine erhöhte Zahl von Anbietern führt zu einem gesteigerten (Über-)Angebot im Markt (bei gleichbleibender Nachfrage) und sorgt so für einen Verfall des Preises, da mehr Anbieter um eine gleichbleibende Zahl von Kunden konkurrieren.

Ein sinkender Preis führt bei stabilen Kosten zu einer Schmälerung des Gewinns. So verliert die Branche an Attraktivität und die Anzahl vorhandener Unternehmen stabilisiert sich.

Dieser Mechanismus verhindert einen dauerhaft hohen Gewinn innerhalb einer Branche und führt so bei Unternehmern zur Optimierung der Kosten.

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Herzlichst, Ihr

Dirk M. Hellmuth