Was sind eigentlich Kosten?

In unserem betrieblichen Alltag spielt das Thema Kosten eine große Rolle.

Die anhaltende Globalisierung verschärft den Preiskampf in verschiedenen Märkten und führt so bei Unternehmen zu erhöhtem Kostendruck. Das Schlagwort Kosteneinsparung fällt hierbei oftmals im Zusammenhang mit betrieblichen Umstrukturierungen, Verschlankungen, Stellenabbau oder Auslagerung von Kapazitäten und Prozessen ins günstigere Ausland.

Die Reduzierung der Kosten ist neben der Maximierung des Gewinns eines der Hauptziele unternehmerischen Denkens. Aus betriebswirtschaftlicher Sicht stehen hierbei die Kosten in einer antagonistischen Beziehung zum Gewinn: je höher die Kosten, desto geringer der Gewinn. Dies ergibt sich aus der folgenden Gleichung:

Gewinn = Umsatz - Kosten

Diese Gleichung lässt sich wie folgt umstellen:

Gewinn + Kosten = Umsatz

So wird deutlich, dass bei gleichbleibendem Umsatz höhere Kosten also geringeren Gewinn bedeuten und umgekehrt.

 

Was sind denn jetzt Kosten?

Unter Kosten versteht man alle Ausgaben, die ein Unternehmen zur Herstellung seiner Produkte oder zur Erbringung seiner Dienstleistungen tätigen muss. Wie oben gezeigt, müssen die Kosten durch den Umsatz gedeckt werden, sonst entsteht ein negativer Gewinn (Verlust).

In der Regel entstehen einem Unternehmen die Kosten zuerst (z.B. durch Einkauf, Herstellung, Verarbeitung, etc...), bevor ein Umsatz realisiert werden kann.

 

Variable und fixe Kosten

Kosten lassen sich auf verschiedene Arten unterscheiden. Eine gängige (und intuitive) Methode ist die Einteilung in Fixkosten und variable Kosten.

Kosten = Variable Kosten + Fixe Kosten

Variable Kosten sind Kosten, die Produkten und Dienstleistungen direkt zugerechnet werden können, beispielsweise Materialkosten, Transportkosten oder Provisionen für den Vertrieb. Werden keine Produkte hergestellt oder keine Dienstleistungen erbracht, dann entstehen auch keine variable Kosten.

Fixe Kosten wiederum sind Kosten, die nicht direkt der Herstellung von Produkten oder der Erbringung von Dienstleistungen zugerechnet werden können und welche einem Unternehmen auch bei absolutem Leerlauf entstehen, wie z.B. Miete für Geschäftsräume, Versicherungsbeiträge oder Gehaltskosten für Personal.

 

Deckungsbeitrag

Zieht man nun die variablen Kosten vom Umsatz ab, dann erhält man den Deckungsbeitrag, welcher zur Deckung der Fixkosten dient.

Der Deckungsbeitrag setzt sich zusammen aus den Fixkosten sowie aus dem Gewinnanteil. Ausgehend von der umgestellten betriebswirtschaftlichen Gleichung

Umsatz = Kosten + Gewinn

lassen sich hierbei wie oben beschrieben die Kosten weiter unterteilen in variable und fixe Kosten:

Umsatz = (Variable Kosten + Fixe Kosten) + Gewinn

Da variable Kosten dem verkauften Produkt oder der Dienstleistung direkt zugeordnet werden können, bleibt also ein Block bestehend aus nicht direkt zuordbaren Fixkosten sowie einem unbekannten Gewinnanteil übrig:

Umsatz = Variable Kosten + (Fixe Kosten + Gewinn)

Statt nun zu versuchen, diesen Block weiter in Fixkosten und Gewinnanteil herunter zu brechen, nimmt man ihn in seiner Gesamtheit, um erstmal nur die Fixkosten damit abzudecken. Daher der Name Deckungsbeitrag:

Umsatz = Variable Kosten + Deckungsbeitrag

Erst wenn die Fixkosten vollständig durch den Deckungsbeitrag abgedeckt sind, wird der Überschuss zur Ermittlung des Gewinns verwendet. Ergibt sich also hierbei nach vollständiger Deckung der gesamten Fixkosten einer Periode durch die Summe aller Deckungsbeiträge der gleichen Periode ein Überschuss, dann wird dieser Überschuss als Gewinn bezeichnet. Reichen die Deckungsbeiträge jedoch nicht zur Deckung der Fixkosten aus, so ergibt sich für das Unternehmen ein Defizit oder ein Verlust, der aus anderen Mitteln (wie z.B. Rücklagen) zu decken ist.

Vorteil dieser Methode ist, dass man so den sogenannten Breakeven-Punkt genau bestimmen kann, d.h. der Punkt (Absatzmenge), wo alle Kosten gedeckt sind und ab dem ein Gewinn erwirtschaftet wird.

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Dirk M. Hellmuth